Energiestadt Aadorf, Elektromobilität und Ladeinfrastruktur

Elektroautos sind leiser und abgasfrei im Vergleich zu Verbrennern. Sie haben weniger bewegliche Teile, was die Wartungskosten senkt. Zudem können siemit erneuerbarer Energie betrieben werden, die in der Schweiz verfügbar ist und unsere Unabhängigkeit stärkt.

Energiestadt Aadorf

Solaranlage der Solargenossenschaft, genügt für 40 Autos komplett.

Sechs Franken pro 100 Kilometer

Bei einer jährlichen Fahrleistungvon 15 000 Kilometern spart mangegenüber einem Benziner etwa 1000Franken. Der Stromverbrauch von E-Autos wird in Kilowattstunden pro100 Kilometer gemessen, wobei etwa15 Kilowattstunden pro 100 Kilome-ter benötigt werden. Bei einem Strom-preis von 40 Rappen pro Kilowatt-stunde kosten 100 Kilometer genausechs Franken. Zum Vergleich: EinBenziner mit sieben Liter Verbrauchpro 100 Kilometer und einem Ben-zinpreis von 1.80 Franken pro Literverursacht Kosten von 12.60 Franken.Wer 15 000 Kilometer im Jahr fährt,zahlt für Benzin 1890 Franken, fürStrom nur 900 Franken.

Strom aus der Steckdose

Doch woher kommt dieser Strom?Ein E-Auto benötigt jährlich etwaso viel Strom, wie eine mit Photo-voltaik überdachte Parkplatzflächeproduziert. Ein drei Mal fünf MeterParkplatz mit einer 3 Kilowatt-PeakPhotovoltaikanlage kann genugStrom für über 15 000 Kilometer lie-fern. Die angegebenen Kilowatt-Peaksind die Masseinheit, mit der mandie Grösse einer Photovoltaikanlagemisst, für ein Kilowatt-Peak benötigtman zirka fünf Quadratmeter Solar-paneele. Natürlich hat nicht jeder einEinfamilienhaus, aber es gibt in derSchweiz viele nutzbare Flächen. DieSolargenossenschaft Aadorf betreibteine 120 Kilowatt-Peak Anlage aufdem Dach der Sportanlage. DieseAnlage kann genug Strom für 40Autos liefern, also fast doppelt soviele, wie im Bild auf den Parkplätzenstehen. Diese Autoskönnen dank demlokal produziertenStrom je 15 000 Ki-lometer fahren.

Wertschöpfung in der Schweiz

Heute stammennur winzige Men-gen an Treibstof-fen für Verbren-nungsmotoren ausder Schweiz. DerGrossteil wird ausdem Osten und Westen importiert,was bedeutet, dass die Wertschöpfungim Inland gering ist. Ganz anderssieht es bei der Fotovoltaik aus: MitSolarenergie kann der in der Schweizerzeugte Strom direkt in den Fahr-zeugbatterien gespeichert werden,was eine Wertschöpfung von nahezu100 Prozent im Inland bedeutet.

Infoabend der Energiestadt

Haben wir sie «gluschtig» auf mehrzum Thema gemacht? Möchten Siewissen, wie das Laden eines Elekt-roautos genau funktioniert und woman ohne Einfamilienhaus ladenkann? Der nächste Anlass der Ener-giestadt Aadorf zu «Elektromobilitätund Ladeinfrastruktur» findet am 10. September in der Aula der Schulen Aadorf statt.

Für die Energiestadt Aadorf: Roland Büchi und Kilian Brunner